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WhatsApp-Kettenbrief über Meta-KI: Was stimmt, was nicht, und was du jetzt tun solltest

Panik um WhatsApp-Kettenbrief: Kann Meta-KI persönliche Daten vom Smartphone abgreifen?!
Juni 22, 2026
2 Minuten Lesezeit
Ist Meta-KI sicher? Bild: via KI

Ist Meta-KI sicher?

Du hast die Nachricht wahrscheinlich schon in mindestens einem Gruppenchat gesehen: Die Meta-KI könne ab Samstag auf alle privaten Unterhaltungen zugreifen, Telefonnummern auslesen und persönliche Daten vom Smartphone abgreifen, wenn Admins nicht sofort den „erweiterten Datenschutz” aktivieren. Klingt alarmierend. Ist es aber nicht, zumindest nicht so, wie der Kettenbrief es behauptet.

Panik um WhatsApp-Kettenbrief: Kann Meta-KI persönliche Daten vom Smartphone abgreifen?!

Was der Kettenbrief behauptet, und warum es falsch ist

Die Nachricht ist eine leicht veränderte Variante einer Falschmeldung, die laut dem Faktencheck-Portal Mimikama bereits im Sommer 2025 kursierte und seitdem immer wieder auftaucht. Der Text fordert Gruppenadmins auf, über den Gruppennamen nach unten zu scrollen und die Option „Erweiterter Datenschutz” zu aktivieren, sonst könne die KI Nachrichten öffnen, Nummern sehen und auf Smartphone-Daten zugreifen. Das stimmt so nicht.

Fakt ist: Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der WhatsApp-Chats bleibt bestehen, auch wenn Meta AI im Chat verfügbar ist. Die KI liest keine Nachrichten automatisch mit, greift nicht auf Telefonnummern zu und hat keinen Zugang zu persönlichen Informationen auf deinem Gerät. Sie erhält nur dann Zugriff auf Inhalte, wenn du sie aktiv mit „@Meta AI” in einen Chat einbindest und ihr etwas sendest. Das gilt im Einzelchat genauso wie in Gruppen, und in Gruppen kann das übrigens jedes Mitglied tun, nicht nur Admins.

Das Fünkchen Wahrheit: Meta versucht regelmäßig, mehr Nutzerdaten für das KI-Training zu nutzen, und beruft sich dabei auf den Begriff „berechtigtes Interesse” aus der Datenschutzgrundverordnung. Das kreisförmige Symbol der Meta-KI ist seit dem Frühjahr 2025 in WhatsApp sichtbar und lässt sich nicht entfernen. Aber sichtbar sein ist nicht dasselbe wie mitlesen.

Was der „erweiterte Datenschutz” wirklich bringt

Auch wenn der Kettenbrief Unsinn ist, lohnt sich ein Blick auf die Funktion selbst. Laut dem offiziellen WhatsApp-Blog blockiert der erweiterte Datenschutz, wenn aktiviert, drei Dinge: den Export von Chats durch andere Teilnehmer, das automatische Herunterladen von Medien auf fremde Geräte, und die Verwendung von Nachrichten für KI-Funktionen. Die Funktion macht also durchaus Sinn, nur eben nicht aus dem Grund, den der Kettenbrief nennt.

So aktivierst du den erweiterten Datenschutz in einer Gruppe

  1. Gruppenchat öffnen und oben auf den Gruppennamen tippen.

  2. Nach unten scrollen, bis du die Option „Erweiterter Datenschutz” siehst.

  3. Funktion einschalten. Das können nur Gruppenadmins, nicht alle Mitglieder.

  4. Einstellung überprüfen: Wenn die Funktion aktiv ist, können andere Teilnehmer den Chat nicht exportieren, Medien nicht automatisch speichern und Nachrichten nicht für KI-Funktionen verwenden.

Wenn du in mehreren Gruppen Admin bist, lohnt es sich, die Einstellung dort jeweils einzeln zu setzen. Automatisch gilt sie nicht für alle Gruppen gleichzeitig.

Was du beim nächsten Kettenbrief tun solltest

Kettenbriefe dieser Art funktionieren immer nach demselben Muster: knappes Datum, Dringlichkeit, eine konkrete Handlungsaufforderung, und die Bitte, die Nachricht weiterzuleiten. Genau das letzte Element macht sie so hartnäckig. Bevor du eine solche Nachricht weiterschickst, kurz bei Mimikama oder einem anderen Faktencheck-Angebot nachsehen. Zwei Minuten reichen meistens.

Der erweiterte Datenschutz in WhatsApp-Gruppen ist eine sinnvolle Einstellung, eben weil Meta ein nachgewiesenes Interesse an Nutzerdaten für das KI-Training hat. Aber sie ist kein Notfallschalter gegen eine drohende KI-Invasion, und sie muss auch nicht „bis Samstag” aktiviert werden.

Quellen: n-tv, Mimikama, WhatsApp-Blog

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Men's Mag Redaktion

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