Dunkel
Hell

Epstein-Skandal eskaliert: Das „Modeling Book“, ein Deckmantel für Missbrauch – Zwei Frauen klagen gegen Nachlass

Der Fall Jeffrey Epstein hat eine neue, erschreckende Dimension erreicht. Zwei Frauen haben den Nachlass des verurteilten Sexualstraftäters verklagt. Was lange im Schatten der bekannteren Missbrauchsvorwürfe stand, tritt jetzt brutal ans Licht.
September 19, 2026
3 Minuten Lesezeit
Epstein-Skandal eskaliert: Das „Modeling Book“, ein Deckmantel für Missbrauch – Zwei Frauen klagen gegen Nachlass
Epstein-Skandal: Das „Modeling Book“, ein Deckmantel für Missbrauch. Bild: Via KI für Men's Mag

Zwei Frauen haben jetzt den Mut, öffentlich zu machen, was viele lieber vergessen würden.​​‌​‌‌‌‌​​‌‌​‌‌‌​​​‌‌​‌‌‌​‌​‌‌​​​​‌‌‌​​‌‌‌‌‌‌‌‌‌‌‌‌‌‌‌‌​​​​‌‎

Was lange im Schatten der bekannteren Missbrauchsvorwürfe stand, tritt jetzt brutal ans Licht: Eine „Jane Doe“ und eine Frau, die nur als „Amy“ identifiziert wird, reichten die Klage diese Woche in einem US-Bundesgericht ein.

Laut Gerichtsdokumenten erfuhren sie erst durch die Beschlagnahmung von Epsteins Besitz durch Bundesbehörden, dass er halbnackte oder pornografische Fotos von ihnen in seiner Sammlung hatte.‌

Las Vegas/New York, September 2026 Der Fall Jeffrey Epstein hat eine neue, erschreckende Dimension erreicht. Zwei Frauen haben den Nachlass des verurteilten Sexualstraftäters verklagt – weil ihre Fotos in seiner Sammlung von Kinderpornografie gefunden wurden. Was lange im Schatten der bekannteren Missbrauchsvorwürfe stand, tritt jetzt brutal ans Licht.

Epstein-Skandal: Das „Modeling Book“, ein Deckmantel für Missbrauch

Die Klage beschreibt ein sogenanntes „Modeling Book“, ein Album voller unangemessener Bilder junger Mädchen. Nach außen hin wurde es als Sammlung für die Entwicklung von Kindermodels für Victoria’s Secret dargestellt. In Wirklichkeit, so die Klage, enthielt es nackte oder halbnackte, sexualisierte Bilder von Kindern.

Jane Doe gibt an, sie war 12 Jahre alt, als Epstein halbnackte Fotos von ihr stahl, ursprünglich aufgenommen für eine Künstlerstudie. Amy berichtet, dass pornografische Bilder von ihr seit Jahren unter Konsumenten von Kindesmissbrauchsmaterial kursieren – Bilder, die offenbar aus Epsteins Besitz stammen.

Maria Farmer, eine weitere mutmaßliche Epstein-Überlebende, hatte das „Modeling Book“ bereits in einer früheren Klage gegen den Nachlass erwähnt. Das Muster wird deutlicher.

Die Klage und was sie fordert

Die Klägerinnen streben einen Class-Action-Status an. Das ist eine Sammelklage, die potenziell Dutzende oder Hunderte weiterer betroffener Frauen und Mädchen einschließen könnte. Gleichzeitig fordern sie von den Bundesbehörden die Einrichtung eines Systems, das Frauen benachrichtigt, wenn ihre Bilder in beschlagnahmtem Material gefunden werden.

Die Klage stellt unmissverständlich klar:

„Eines von Epsteins grauenhaftesten, aber oft übersehenen Verbrechen war sein Besitz, Transport, die Produktion und Verbreitung von Kinderpornografie und/oder kindlichem sexuellem Missbrauchsmaterial (CSAM) von unzähligen Kindern.“

Als Mitbeklagte werden Darren Indyke, Epsteins Anwalt, und Richard Kahn, sein Buchhalter, genannt. Beide fungieren als Co-Testamentsvollstrecker des Nachlasses.

Warum dieser Fall mehr ist als eine weitere Schlagzeile

Was hier passiert, ist psychologisch und gesellschaftlich von enormer Bedeutung. Die meisten öffentlichen Debatten um Epstein drehten sich um prominente Namen, politische Verbindungen und die Frage, wer noch involviert war. Das eigentliche Verbrechen, der systematische Missbrauch und die Dokumentation dieses Missbrauchs in Form von CSAM, wurde dabei erschreckend oft in den Hintergrund gedrängt.

Studien zeigen, dass Überlebende von sexuellem Missbrauch, deren Bilder im Internet kursieren, unter einer dauerhaften, nie endenden Viktimisierung leiden. Jedes Mal, wenn ein Bild geteilt oder konsumiert wird, ist es ein erneuter Übergriff. Psychologen nennen dieses Phänomen „sekundäre Viktimisierung durch digitale Verbreitung“ und es hinterlässt tiefe, langanhaltende psychische Schäden.

Amy weiß, dass ihre Bilder seit Jahren im Umlauf sind. Stell dir vor, was das bedeutet: kein Ende, keine Kontrolle, keine Würde.

Das System hat versagt und versagt weiter

Dass die betroffenen Frauen erst durch die Beschlagnahmung der Materialien erfuhren, dass Epstein ihre Bilder besaß, ist ein systemisches Versagen. Es wirft grundlegende Fragen auf: Wie viele weitere Frauen wissen nicht, dass ihre Bilder existieren? Wie viele wurden nie benachrichtigt?

Die Forderung nach einem offiziellen Benachrichtigungssystem ist nicht nur berechtigt. Sie ist überfällig.

In einer Zeit, in der digitale Forensik hochentwickelt ist und Behörden riesige Mengen an beschlagnahmtem Material auswerten, gibt es keine Entschuldigung dafür, dass Opfer im Dunkeln gelassen werden.

Epstein und das „Modeling Book“: Die harte Wahrheit

Der Fall Epstein ist nicht vorbei. Er ist nicht abgeschlossen. Sein Tod in der Untersuchungshaft 2019 hat ihm die Konsequenzen erspart, aber die Konsequenzen für seine Opfer dauern an. Jeden Tag. Jede Stunde.

Zwei Frauen haben jetzt den Mut, öffentlich zu machen, was viele lieber vergessen würden. Sie kämpfen nicht nur für sich selbst, sie kämpfen für alle, die noch schweigen. Und sie fordern etwas Fundamentales: das Recht zu wissen, dass man Opfer wurde. Das Recht auf Würde. Das Recht auf Gerechtigkeit.

Epsteins Nachlass hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Profilbild von Men's Mag Redaktion

Men's Mag Redaktion

Beiträge, speziell von der Mens-Mag.de Redaktion ausgewählt. Nicht alle Artikel unseres Magazins erscheinen unter dem Namen eines einzelnen Autors. Unter anderem, wenn mehrere Autoren daran mitgearbeitet haben.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

geheGanz nach oben
Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner