Überdosis Kreatin?! NBA-Star Darryn Peterson erlebte starke Kreatin Nebenwirkungen
Was du vor dem nächsten Kreatin-Boost tun solltest
Du nimmst Kreatin, weil alle es nehmen. Weil es wirkt. Weil es günstig ist und die Studienlage solide aussieht.
Was du dabei vielleicht übersiehst: Dein Körper hat bereits einen Ausgangswert, bevor du die erste Portion schüttelst. Und wenn der zu hoch ist und du trotzdem aufdosierst, kann das gefährlich werden. Darryn Peterson, 19 Jahre alt und potenzieller Nummer-eins-Pick im NBA-Draft im Juni 2026, hat das auf die härteste Art gelernt.
Was NBA-Star Darry Peterson passiert ist
Im September 2025, während eines Boot Camps an der Universität Kansas, erlebte Peterson einen medizinischen Notfall. Krämpfe am ganzen Körper. Krankenwagen. Krankenhaus.
„Ich habe sie angebettelt, den Notruf zu rufen“,
sagte er gegenüber ESPN. „Sie versuchten, eine Vene zu finden, um mir einen Zugang zu legen und mich wieder zu hydrieren. Aber ich krampfte so stark, dass sie keine Vene treffen konnten. Ich dachte, ich würde an diesem Tag auf dem Behandlungstisch sterben.“
Peterson fehlte in der Saison 2025/26 bei 11 der 35 Spiele der Jayhawks. Trotzdem legte er in 24 Spielen im Schnitt 20,2 Punkte, 4,2 Rebounds, 1,6 Assists und 1,4 Steals auf und wurde ins All-Big 12 Second Team gewählt. Was die Zahlen nicht zeigen: die permanente Angst vor dem nächsten Anfall.
„Wann immer ich so etwas spürte, war mein erster Gedanke, dass es wieder so schlimm werden könnte“,
sagte er ESPN.
„Das hat mich in einen Ausnahmezustand versetzt.“
Die Ursache fanden Ärzte nach Bluttests nach der Saison: Petersons Kreatin-Grundspiegel war bereits ohne Supplementierung erhöht. Als er anfing, die Dosis schrittweise zu steigern, ein gängiges Vorgehen beim sogenannten Dosing, schoss der Wert in einen unsicheren Bereich.
„Sie sagten, als ich mit dem Dosing anfing, muss das die Werte auf ein gefährliches Niveau gebracht haben“,
erklärte er gegenüber ESPN.
Kreatin Nebenwirkungen: Warum das kein Einzelfall ist
Kreatin ist eines der meistverkauften Supplements überhaupt, und die Datenlage zur Wirksamkeit bei Muskelkraft und -wachstum gilt als gut belegt. Für die meisten gesunden Menschen ist es sicher. Aber „die meisten“ bedeutet eben nicht „alle“. Peterson hatte vor dem College nie Kreatin genommen und kannte seinen Ausgangswert nicht.
Genau das ist der Knackpunkt: Wer einen bereits erhöhten Kreatin-Spiegel hat, etwa durch genetische Faktoren oder eine sehr proteinreiche Ernährung, kann mit Standard-Dosierungsprotokollen in problematisches Terrain geraten.
Seit Peterson das Supplement abgesetzt hat, sind laut ESPN keine weiteren Probleme aufgetreten. Er trainiert derzeit für das NBA-Combine, das am Sonntag in Chicago beginnt.
Was du vor dem nächsten Supplement-Kauf tun solltest
- Blutbild machen lassen: Bevor du mit Kreatin anfängst, lass einen Basiswert bestimmen. Dein Hausarzt oder Sportmediziner kann Kreatinin und Kreatinkinase im Blut messen. Das dauert eine halbe Stunde und gibt dir Sicherheit.
- Keine Ladephase ohne Rücksprache: Das klassische Kreatin-Protokoll sieht eine Ladephase mit höheren Dosen vor, um die Muskelspeicher schnell zu füllen. Wer einen erhöhten Ausgangswert hat, sollte diesen Schritt nur nach ärztlicher Freigabe gehen.
- Symptome ernst nehmen: Muskelkrämpfe, die über das normale Trainingsmaß hinausgehen, dunkler Urin oder ungewöhnliche Erschöpfung sind Warnsignale. Nicht aussitzen, abklären lassen.
- Hydration nicht vernachlässigen: Kreatin zieht Wasser in die Muskelzellen. Wer zu wenig trinkt und gleichzeitig intensiv trainiert, erhöht das Risiko für Krämpfe. Wie viel Flüssigkeit du konkret brauchst, hängt von Körpergewicht, Trainingsintensität und Klima ab und ist individuell verschieden.
- Supplements nicht stapeln, ohne den Überblick zu behalten: Wer mehrere Produkte kombiniert, die Kreatin enthalten, etwa Pre-Workout-Mischungen und reines Kreatin, kann die Gesamtdosis schnell verlieren. Lies die Zutatenlisten.
Wenn du Vorerkrankungen der Niere hast oder regelmäßig Medikamente nimmst, gehört die Frage nach Kreatin unbedingt in ein Arztgespräch, bevor du anfängst.
Was du davon mitnimmst
Petersons Fall zeigt, dass auch ein gesunder 19-jähriger Spitzensportler mit einem gängigen Supplement in eine lebensbedrohliche Situation geraten kann, wenn der individuelle Ausgangswert nicht bekannt ist.
„Es hätte so viel anders laufen können, wenn ich nicht verletzt gewesen wäre und all das durchgemacht hätte“
, sagte er ESPN.
„Als ich auf dem Platz war, habe ich mich gut geschlagen. Aber da war noch eine andere Ebene von mir, die die Leute nicht zu sehen bekamen.“
Ein Bluttest vorher hätte ihm diese Saison erspart. Dir kann er dasselbe ersparen.
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