Franz Beckenbauer: Eine Legende geht von uns

Die Fußball Welt trauert um den "Kaiser"

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9 Minuten Lesezeit
Fussball WM Finale 1974, GER–NED 2:1, Gerd Müller, Franz Beckenbauer, Helmut Schön Bildquelle: Bert Verhoeff for Anefo, CC BY-SA 3.0 NL , via Wikimedia Commons

Ein ganz Großer verlässt den Platz – für immer

Die Welt trauert um Franz Beckenbauer, die deutsche Fußball-Legende verstarb im Alter von 78 Jahren. Der „Kaiser“ schlief am Sonntag, dem 07. Januar friedlich und still im Kreise der engsten Familie für immer ein. Am Montag erst teilte Beckenbauers Familie die traurige Nachricht mit der Öffentlichkeit. „In tiefer Trauer teilen wir mit, dass mein Mann und unser Vater Franz Beckenbauer am gestrigen Sonntag im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen ist“, dies teilte die Familie der Deutschen Presse-Agentur mit. Sein Gesundheitszustand wurde zuletzt immer schlechter.

Eine unvergleichliche Karriere

Seine unglaubliche Karriere bleibt für immer in Erinnerungen, ein ganz besonderer Mensch auf und abseits des Platzes. Eine Persönlichkeit die auf der ganzen Welt gefeiert wurde und sowohl als Spieler und auch Trainer Weltmeister geworden ist.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-N0622-0035 / CC-BY-SA, CC BY-SA 3.0 DE<https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en>, via Wikimedia Commons

Der in München geborene Beckenbauer kam aus der eigenen Jugend des FC Bayern und wuchs schnell zur Weltklasse herran. Mit dem Rekordmeister feierte er unter anderem vier nationale Meistertitel, wurde dreimal Sieger im Europapokal der Landesmeister und Weltpokalsieger. Er war bekannt auf der Position des Liberos und glänzte mit seiner „Leichtfüßigkeit und Eleganz“. Nach sehr erfolgreichen Jahren beim „FCB“ wechselte Beckenbauer 1977 zu New York Cosmos in die North American Soccer League (NASL). Seine Zeit in New York wurde von Schlagzeilen durchzogen mit seiner damaligen Ehekrise und die Beziehung zu der Sportfotografin Diana Sandmann. Trotz der „Ausschlachtung“ der Medien war seine sportliche Zeit erfolgreich. Beckenbauer spielte an der Seite von Pelé und wurde in seinen drei Jahren in der NASL dreimal Meister.

Nach dem Vertragsablauf in den USA kehrte Franz Beckenbauer 1980 in die Bundesliga zurück. Es trieb den um jubelten Libero in den Norden Deutschlands nach Hamburg zum HSV. In seiner kurzen Zeit beim Hamburger Sportverein holte er in seinem letzten Jahr nochmal die Meisterschale in die Hanse Stadt und krönte sich mit seinem persönlich fünften deutschen Meistertitel.

In seiner Bundesligakarriere absolvierte Beckenbauer 424 Bundesligaspiele, davon 396 für den FC Bayern München und 28 für den Hamburger SV, dabei erzielte er 44 Tore in der ersten deutschen Liga.

Sein letztes Jahr in seiner Profikarriere verbrauchte „der Kaiser“ nochmals in den Vereinigten Staaten bei New York Cosmos. Dort schied er mit seiner Mannschaft im NASL-Viertelfinale 1983 aus und beendete danach seine Profikarriere als Fußballer. Die North American Soccer League nahm ihn in die National Soccer Hall of Fame auf.

 

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Ein Held der Nation

Franz Beckenbauer spielte für die A-Nationalmannschaft in 103 Spielen und erzielte dabei 14 Tore in Länderspielen unter anderem bei Europa- sowie Weltmeisterschaften, in 50 davon führte er die Mannschaft als Kapitän auf den
Platz. Sein Höhepunkt in der Nationalmannschaft war 1974 die Weltmeisterschaft in Deutschland, die er als Kapitän gewonnen hat und 1972 die Europameisterschaft in Brüssel. Unvergessen bleibt seine erste Weltmeisterschaft 1966 in England mit seinen vier Toren auf dem Weg ins Finale, die er aber leider am Ende nur als Vize beenden konnte.

Er wird heute noch in einem Atemzug mit den größten Fußballern der Geschichte genannt wie Diego Maradona, Pelé und Michel Platini. In Europa kürte man ihn zweimal zum Fußballer des Jahres.

Beckenbauer und Diego Maradona Bildquelle: El Gráfico, Public domain, via Wikimedia Commons

1984 übernahm Beckenbauer die deutsche Nationalmannschaft als Trainer. Die Weltmeisterschaft in Italien 1990 wurde zu seinem größten Erfolg als Teamchef, als er das deutsche Team ungeschlagen zu Weltmeistern machte. Vier Jahre zuvor hatte er bereits den zweiten Platz bei der WM in Mexiko erreicht und das alles ohne eine Trainer-Lizenz.

Die Fußballwelt nimmt abschied

Franz Beckenbauer wurde Welt- & Europameister feierte Nationale und internationale Erfolge auf Clubebene war Erfolgstrainer und brachte „das Sommermärchen“ die WM 2006 nach Deutschland. Er war eine glorreiche Person im Fußball ein Vorbild und Vorreiter. Mit seiner Spielphilosophie veränderte er den Fußball der damaligen Zeit. Beckenbauer genoss hohes ansehen und sein Verlust reißt ein tiefes Loch.

Wir nehmen abschied von einem ganz großem – einer Legende! So einen wird es nicht wieder geben. Die erfolge und Erinnerung bleibt für immer bestehen.

Danke Franz!

Franz und Heidi Beckenbauer 2019 Bildquelle: Sven Mandel, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Abschied fällt nicht immer leicht

Es gab große Anteilnahme zum Tod des Kaisers. Alte Teamkollegen und Wegbegleiter meldeten sich zu Wort und verabschiedeten sich. So auch sein ehemaliger Teamkollege Sepp Maier richtete sich in einem emotionalen Brief an seinen Freund, „Was würde ich dir jetzt gerne noch sagen? Dass du bitte im Himmel auf mich wartest. Ihr braucht da ja noch mich als Torwart“. Stefan Effenberg musste in der TV-Show „Doppelpass“ auf Sport1 abbrechen und verließ mit tränen das Studio. Effenberg wurde von seinen Gefühlen übermannt bei der Frage nach Beckenbauer, er könnte nur noch sagen „Er war ein großartiger Mensch.“ dann liefen die Tränen. Darüber hinaus würdigten Vertreter aus der Politik wie Bundespräsident Steinmeier, Kanzler Scholz und zahlreiche weitere seine Bedeutung für den Sport. Auch die Top-Clubs der Welt und ihre Superstars haben ihre Anteilnahme auf Social Media geteilt.

 

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Der Autor schreibt informative, aktuelle und ereignisreiche Berichte rund um den Sport für Men’s-Mag.de.
Die Leidenschaft für den Sport begleitet ihn schon sein Leben lang und dies kann man auch aus seinen Texten herausnehmen.

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